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Ein Trio beherrscht die Szene
VORRUNDENGRUPPE 2: Dornberg, Quelle und Kusenbaum ungefährdet VON HEINZ-DIETER KLUSMEYER (Neue Westfälische)
Bielefeld. Nach der vierten von fünf Spielrunden war schon alles klar: In der Sporthalle Rosenhöhe beherrschten gestern der TuS Dornberg, der TuS Quelle und DE Kusenbaum das Geschehen und qualifizierten sich in der Vorrundengruppe 2 vorzeitig für die Zwischenrunde.
Die Landesligakicker des TuS Dornberg hatten nur zu Anfang ein bisschen Mühe, wofür Trainer Mirko Jerenko allerdings eine logische Erklärung fand: "Wir haben nach Ende unseres Meisterschaftsprogramms ein paar Tage Urlaub gemacht – da kann man nicht erwarten, dass gleich auf Anhieb alles rund läuft."
Mit zunehmender Spieldauer sah Jerenko jedoch, dass seine Mannen besser in Schwung kamen und den Ball mitunter sehr passabel durch die eigenen Reihen laufen ließen. Das Unentschieden gegen Kusenbaum blieb so ein kleiner Schönheitsfehler, der der guten Stimmung im TuS-Lager aber keinen Abbruch tat.
Die Kusenbaumer ärgerten sich anfangs über das unnötige 0:0 gegen Vilsendorf. "Dieses Ding haben wir total verpennt, hoffentlich rächt sich das im Verlauf des Abends nicht", schwante Fußball-Obmann Axel Grimmig eine Zeit lang Übles. Doch die "Kusen" reparierten den Betriebsunfall schnell, punkteten mit einer starken Leistung beim 1:1 sogar gegen Dornberg und hatten die Qualifikation ebenfalls früh in der Tasche.
Als Erster war jedoch der TuS Quelle durch: Nachdem der A-Kreisligist seine ersten drei Partien (gegen den FCH Jöllenbeck, Union Vilsendorf und die Sportfreunde Sennestadt) gewonnen hatte, stand er mit neun Punkten auf jeden Fall schon besser da als der Dritte der Parallelgruppe, der TuS Hillegossen, und war damit in der Zwischenrunde.
Das Weiterkommen war der Lohn für den technisch sehr ordentlichen Fußball, mit dem der A-Kreisligist schon in der Vergangenheit so manches Mal in der Halle für Furore sorgen konnte. Die andere Hälfte des Feldes hatte wenig zu bestellen und musste in der Regel als Punktelieferant herhalten.
Am Rande der Veranstaltung in Brackwede gab der TuS Dornberg eine interessante Neuverpflichtung für die Rückrunde bekannt: Mauro Fastellini, in der Vorsaison schon recht erfolgreich für den TuS aktiv, kehrt vom Oberligisten SV Lippstadt zum Mühlenbrink zurück.
Qualitätsoffensive in Gadderbaum
VORRUNDENGRUPPE 4: Türk Sport, Altenhagen und SCB ziehen in die Zwischenrunde ein VON HANS-JÜRGEN HEIDE (Neue Westfälische)
Bielefeld. Eines war schon nach drei Partien klar. Die Vorrundengruppe 4 bot den Zuschauern in der Gadderbaumer Sporthalle deutlich besseren Fußball als noch einen Tag zuvor die Protagonisten der Gruppe drei.
Verantwortlich für die Qualitätsoffensive waren FC Türk Sport, FC Altenhagen und SC Bielefeld 04/26, die die ersten drei Plätze unter sich ausmachten und aufgrund ihrer gesammelten Zähler in die Zwischenrunde am Samstag einzogen (bei Redaktionsschluss stand allerdings die genaue Rangfolge noch nicht fest). Keine Rolle spielte diesmal die SV Brackwede, die in 2006 noch im Halbfinale gestanden hatte.
Beim FC Türk Sport mussten die Zuschauer gleich zweimal hinschauen. Ist er es wirklich? Ja, er war es! Der Landesligist hatte tatsächlich wieder sein enfant terrible Özgen Yildiz aufgeboten. "Er hat seine vierwöchige Zwangspause hinter sich", erklärte Betreuer Kemalettin Altun. Wie wichtig Yildiz für seinen Klub ist, demonstrierte er unter anderem mit seinem ersten Turniertreffer gegen den B-Ligisten SCB. Er rettete dem Favoriten
in der
Begegnung wenigstens einen Zähler.
Zwischenzeitlich hatte der FC Türk Sport reichlich Mühe, was auch das magere 1:0 gegen Hoberge-Uerentrup zum Auftakt belegte. Unschöner Höhepunkt war ein rotverdächtiges Foul von Arif Kundag (Türk Sport) an Baris Meral (SCB), nach dem sich ein größeres Rudel auf dem Platz bildete. Anschließend sicherten zwei klare Erfolge über Altstadt (6:0) und Brackwede (6:1) das Weiterkommen des FC Türk Sport.
Mit dem 2:2-Unentschieden zwischen Altenhagen und SCB im zehnten Spiel das Tages war klar: Die beiden Kreisligisten werden dem Landesligisten in die Zwischenrunde folgen. Altenhagen (bis dato mit drei Siegen aus drei Spielen) hatte gegen die Sudbracker allerdings Glück, weil Sven Tischbierek erst Sekunden vor der Schlusssirene der Ausgleich gelang.
Entscheidung im letzten Spiel
VORRUNDENGRUPPE 6: Oldentrup, Heepen und Ost kommen weiter VON ECKHARD FELSCH (Neue Westfälische)
Bielefeld. Bei den gestrigen Spielen in der Kuhlo-Realschule demonstrierten die dort kickenden Klubs, dass auch Kreisligafußball richtig interessant und spannend sein kann. So stand vor der letzten Runde nur der VfL Oldentrup als sicherer Zwischenrunden-Teilnehmer fest. Erst nach dem allerletzten Spiel, das die Spvg. Heepen mit 4:2 gegen den SuK gewann, war klar, dass Heepen als Zweiter und der TuS Ost als Dritter ebenfalls weitergekommen
waren.
Mit gleich drei Vereinen aus dem Bielefelder Osten – eben den drei Zwischenrunden-Teilnehmern – war für jede Menge lokalen Zündstoff und dementsprechend großen Zuschauerzuspruch gesorgt: In der Halle
"Mit den vielen Traditionsvereinen ist das eine echte Hammergruppe, in der es sehr eng werden dürfte. Wir müssen jedenfalls für das Weiterkommen eine Menge investieren", meinte Dirk Palmowski, der Trainer des TuS Ost. Und er sollte mit dieser Prognose vollkommen Recht behalten.
Denn auch der SuK Bielefeld, immerhin aktueller Dritter der Kreisliga B, hatte sich viel vorgenommen und knüpfte den Ostlern in seinem Auftaktspiel gleich einen wichtigen Zähler ab. "Wir haben richtig Spaß am Hallenfußball und wollen zumindest die Zwischenrunde erreichen", sagte SuK-Trainer Ayhan Atalay – eine Vorgabe, die sein Team in der letzten Partie des Abends schließlich um Haaresbreite verpasste.
Als erstes Team hatte sich der VfL Oldentrup für die zweite Runde qualifiziert. "Ich habe diesmal meine besten Hallenspieler zusammen und deshalb fest mit dem Weiterkommen gerechnet", sagte VfL-Coach Michael Stuke. Seine Mannschaft zog zwar gegen den TuS Ost in einem richtig flotten Spiel mit 2:3 den Kürzeren, hielt aber die übrige Konkurrenz in Schach, auch wenn es mitunter sehr knapp zuging.
Doch das war normal an diesem Abend in dieser Halle, in der auch der TuS Ost ein-, zweimal das Glück zur Hilfe nehmen musste, um enge Partien zu seinen Gunsten zu entscheiden. Nach dem 1:2 gegen den alten Rivalen aus Heepen reichte im letzten Spiel ein 2:1 gegen Croatia, um so eben noch in die Zwischenrunde einzuziehen.
TuS mit weißer Weste weiter
VORRUNDENGRUPPE 7: Titelverteidiger Jöllenbeck vor dem DSC Arminia VON MICHAEL PEPER (Neue Westfälische)
Bielefeld. Über 500 Zuschauer peitschten den Titelverteidiger in der Jöllenbecker Realschulhalle zum Gruppensieg. Den ersten Platz sicherte sich der TuS durch einen 1:0-Erfolg gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Arminen.
Gastgeber TuS Jöllenbeck brauchte die erste Runde, um in Fahrt zu kommen. Der Titelverteidiger hatte beim 1:0-Sieg über den A-Ligisten VfL Ummeln mehr Mühe als erwartet. "Unser Start war ein wenig holprig, aber Ummeln stand in der Deckung wirklich gut", sagte TuS-Trainer Marcus Patsch nach dem Pflichtsieg. Mehr als ein solcher war auch der erste Auftritt der Arminen nicht. Die um A-Jugendliche ergänzte Mannschaft aus Ober-
und Landesligaspielern
legte einen glanzlosen Start gegen Ummeln hin. Lediglich in einigen Szenen deutete der Bundesligaunterbau um den technisch starken Ufuk Basdas an, dass er für mehr als nur die Zwischenrunde in Frage kommt.
Schon früh war in Jöllenbeck klar, dass der TuS und die Arminen die ersten beiden Plätze ausspielen würden. Die Schildescher hatten sich zwar mit dem 4:3-Erfolg über den BSV West eine gute Ausgangsposition verschafft, gegen Jöllenbeck allerdings Nerven gezeigt. Beim Stand von 0:4 sah Schildesches Markus Schröder die Rote Karte. Der mit zwei Toren in der internen VfL-Torschützenliste führende Spieler war damit vom Turnier ausgeschlossen.
Schildesches
Trainer Frank Ruske monierte wenig später einen Wechselfehler der Jöllenbecker beim Schiedsrichter zu lautstark und musste bis zum Ende des Spiels von der Tribüne zuschauen.
Der BSV West überraschte derweil positiv. Der B-Ligist verlor seine ersten Partien jeweils nur knapp und spielte seine Vorrunde mit nur sechs Akteuren durch. Dass es keine "Packungen" gab, lag vor allem an der guten Torwartleistung von Alexander Bergmann. "Wir haben uns super geschlagen", zeigte sich Trainer Timo Siebrasse trotz des 0:2 gegen Arminia zufrieden.
Beim DSC haben sich die Teambetreuer dieses Jahr eine ganz spezielle Arbeitsteilung ausgedacht. Landesliga-Coach Miron Tadic schaut von der Tribüne zu, während Hannes Scholz in bewährter Manier das Coaching von der Bank aus vornimmt. "Vielleicht klappt es so ja wieder mal mit dem Titel", meinte Tadic, der eigentlich Urlaub vom Fußball hat.
Im Endspiel zwischen Jöllenbeck und Arminia nutzte der TuS seinen Heimvorteil. Durch die Unterstützung der Zuschauer gelang es, zeitweise sogar eine zweifache Unterzahl ohne Gegentor zu überstehen. Den 1:0-Siegtreffer markierte Gökhan Kurt in der Schlussphase eines umkämpften Spiels.
TuS Dornberg in der Endrunde nicht dabei
Acht Finalisten der 11. Bielefelder Stadtmeisterschaft im Hallenfußball stehen fest VON HANS-JÜRGEN HEIDE (Neue Westfälische)
Bielefeld (hjh). Die größte Überraschung bei der Zwischenrunde der 11.Bielefelder Hallenfußballstadtmeisterschaft gab es in der Sporthalle Rosenhöhe. Fußball-A-Kreisligist FC Altenhagen sorgte für das Ausscheiden des Landesligisten TuS Dornberg. Entscheidend dabei war das letzte Spiel des FCA gegen Landesligist VfB Fichte. Die Mühlenweg-Elf erreichte ein 1:1 und beendete die Runde mit acht Punkten hinter den siegreichen "Vereinigten"
(10).
Die Mannschaft vom Mühlenbrink musste sich mit sieben Punkten als Dritter zufrieden geben.
Die weiteren Viertelfinalteilnehmer in der Endrunde am Sonntag in der Realschulsporthalle Jöllenbeck sind DSC Arminia, VfL Theesen, FC Türk Sport, TuS Jöllenbeck, SV Canlar und VfL Wellensiek. Die genauen Paarungen ab 15 Uhr lauten: VfB Fichte gegen Titelverteidiger TuS Jöllenbeck, FC Türk Sport gegen VfL Wellensiek, DSC Arminia - SV Canlar und VfL Theesen - FC Altenhagen.
Hohes Niveau vor vollem Haus
VIERTEL- UND HALBFINALE: Eine herausragende Endrunde VON ECKHARD FELSCH (Neue Westfälische)
Bielefeld. Superknapp, superspannend und supersportlich ging es in den Halb- und Viertelfinalspielen zu. Sämtliche Finalbegegnungen endeten entweder Unentschieden oder mit nur einem Treffer Differenz.
Dabei schoss in Sachen Dramaturgie die Semifinalpartie zwischen dem FC Türk Sport und dem späteren Sieger VfL Theesen den Vogel ab. Erst ein Neunmeterschießen entschied am Ende zugunsten der Kicker von der Gaudigstraße. Nach Ende der regulären Spielzeit hieß es 1:1, nachdem Thies Kambach und Özgen Yildiz (Neunmeter) getroffen hatten. Vom Punkt aus blieb es spannend. Während Thies Kambach (2), Tim Daseking, Björn Borm und Daniel Fleer
für den VfL sowie
Ali Kemal Calisan, Özgen Yildiz, Osman Cicek und Ümit Özkaya für den FCT trafen, verschossen Ede Hertel (gehalten von Ergün Deli), Ahmet Gültekin (Pfosten) und Calisan (gehalten von Kai Potthoff). Mit dem VfL Theesen war somit der erste Finalist ermittelt.
Die Kicker des FC Türk Sport konnten dennoch stolz auf ihre Leistung sein: "Wir können mit dieser Niederlage gut leben, wir haben viel erreicht", meinte der zweifache Torschütze des Finaltages, Jochen Pape.
Michael Tischbierek, der schon im Viertelfinale entscheidend getroffen hatte, war der Held des zweiten Halbfinalspiels. Sein Tor zwei Minuten vor dem Ende bescherte dem VfB Fichte das 2:1 über Arminia II. Der überwiegend mit Landesligakickern angetretene Oberligist war in dieser Partie durch ein Eigentor von Samir Bobaj nach einem Lattentreffer von Tekin Gültekin in Führung gegangen. Den Ausgleich markierte Sami Önen. "Wir waren
heute viel zu
verspielt", ärgerte sich Teammanager Hannes Scholz, um sich dann von seiner besten Seite zu zeigen: "Ich gönne dem VfB Fichte den Sieg."
Einen traurigen Helden hatte die Viertelfinalpartie zwischen dem VfL Theesen und dem großartigen Kreisligisten FC Altenhagen: FCA-Torhüter Torben Knoke begünstigte durch sein Fehlverhalten den Siegtreffer des VfL zum 3:2 von Tim Daseking. "Das Ding geht auf meine Kappe", erklärte der Schlussmann hinterher betrübt.
"Wir sind drei Tage ohne Grätschen ausgekommen, das gefällt mir", meinte Canlars Spielertrainer Zafer Atmaca nach dem unglücklichen 1:2 gegen DSC Arminia II. Olcay Turhan schoss hier den Siegtreffer für den Favoriten.
Ein "Superspiel" sah nicht nur Wellensieks Max Töpper beim 4:3-Sieg des FC Türk Sport gegen den VfR. Sinan Altun entschied diese Begegnung mit einer abgefälschten Bogenlampe.
Der schon erwähnte Michael Tischbierek entschied die Partie des VfB Fichte zum 1:0 gegen den TuS Jöllenbeck.
1.400 Euro für Theesens Mannschaftskasse
Sparkassen-Werbeleiter Brinkmann spricht von einer Endrunden-Stimmung wie bei einem Familienfest VON HANS-JÜRGEN HEIDE (Neue Westfälische)
Bielefeld (hjh). Die seit 1997 stattfindende Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft wäre ohne Sponsoren wohl kaum möglich. Dank der Sparkasse Bielefeld und der Neuen Westfälischen fand dieses Event zum Jahresende bereits zum 11. Mal statt und hat immer noch nicht an Reiz verloren. So zeigten sich die Vertreter der beiden Hauptsponsoren, Sparkassen-Werbeleiter Manfred Brinkmann und NW-Geschäftsführer Wolfgang Kaeller, im Rahmen
der Endrunde wieder
sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung.
Brinkmann freute sich darüber, dass wie im letzten Jahr mit SV Brackwede und TuS Quelle auch diesmal ein Kreisligist in der Endrunde vertreten war: "Es gab keinen erklärten Favoriten, und so war selbst FC Altenhagen nicht chancenlos." Begeistert zeigte sich Brinkmann erneut von der Atmosphäre in der Jöllenbecker Realschul-Sporthalle: "Von der Stimmung her wie bei einem schönen Familienfest."
Dem pflichtete auch NW- Boss Kaeller bei: "Wieder eine Superstimmung bei der Endrunde." Da konnte es der erklärte Dornberg-Fan (beim TuS spielte einige Jahr Sohn Felix in der Jugend) sogar verschmerzen, dass sein Lieblingsverein nicht im Finalturnier dabei war: "Ich habe auf VfB Fichte gesetzt." Hierbei waren sich Brinkmann und Kaeller erneut einig.
Klaus Hölscher, Prokurist vom Ko-Sponsor BITel, und Manuel Henninger vom Werbepartner Barre Privatbrauerei, sind zwar keine erklärten Fußball-Fans (Hölscher liebt das Radfahren, Henninger das Eishockey), ließen sich aber von den Emotionen der Zuschauer und der spielenden Mannschaften anstecken. Hölscher: "Eine tolle Sache, die wir weiter unterstützen möchten." Dem schloss sich Henninger nur allzu gern an.
Die Spieler von 20 Vereinen freuten sich über die Aufstockung der Mannschaftskasse. Stadtmeister VfL Theesen gewann allein 1.400 Euro, der unterlegene Finalist VfB Fichte 1.050. Die weitere Prämien-Liste: FC Türk Sport (775), DSC Arminia (675), SV Canlar, TuS Jöllenbeck, VfR Wellensiek (je 375), FC Altenhagen (275), TuS Dornberg, SV Ubbedissen, VfL Oldentrup (je 200), TuS Quelle, SV Gadderbaum, SC Babenhausen, Spvg. Heepen und SV Yek
Spor (je 100).
Zur Freude der vier besten Vorrunden-Dritten hatte der Fußballkreis die Prämie um 25 auf 100 Euro angehoben. Erstmals in den Genuss kamen DE Kusenbaum, TuS Ost, SCB 04/26 und VfL Ummeln.
Daseking erneut eiskalt
FINALE: Wieder entscheidet ein Neunmeterschießen das Turnier - Theesen siegt 5:3 VON MATTHIAS FOEDE (Neue Westfälische)
Bielefeld. Als "Mister Cool" wollte er nicht bezeichnet werden. Tim Daseking vom VfL Theesen gestand, "schon ein wenig angespannt gewesen zu sein", als er zum alles entscheidenden Neunmeterschuss antrat. Zu allem Überfluss musste er seinen Anlauf sogar noch einmal unterbrechen, weil der Ball, als wollte er den Schützen ärgern, von der gestrichelten Linie gerollt war. Doch Daseking blieb locker, fixierte das Leder
und traf.
Damit gewann der Landesligist die elfte Auflage der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft mit 5:3 (2:2) gegen den Ligakonkurrenten VfB Fichte - zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte holte der VfL den Pott an die Gaudigstraße. Ironie des Schicksals ist, dass Daseking im vergangenen Jahr den TuS Jöllenbeck ebenfalls mit dem letzten Strafstoß im Finale zum Turniersieger gekürt hatte.
Zweimal zur richtigen Zeit das Richtige getan - und das vor rund 1.700 Zuschauern in der pickepackevollen Jöllenbecker Sporthalle. Wenn er schon nicht Mister Cool heißen will, dann nennen wir ihn eben: den Vollstrecker. Das Finale sah die beiden besten Teams der Endrunde. Der VfB Fichte hatte im Viertelfinale Titelverteidiger TuS Jöllenbeck (1:0) und im Halbfinale Arminias Amateure (2:1) bezwungen. Dabei avancierte Michael Tischbierek
jeweils zum
Matchwinner. Er besorgte eine Minute vor der Sirene das 1:0 gegen Jöllenbeck und 110 Sekunden vor Schluss das 2:1 gegen den DSC. Cool.
Die Theesener eliminierten Kreisligist Altenhagen mit 3:2 und in der Vorschlussrunde den FC Türk Sport. Beim 6:5 (1:1) nach Neunmeterschießen gegen das Team vom Kupferhammer testete der VfL schon einmal seine Qualitäten vom Punkt. Kurioserweise versagten Rekord-Goalgetter Eduard Hertel (29 Tore) in dieser Phase die Nerven. Er patzte im Halbfinale und im Finale. Diesen Fauxpas bügelten die Kollegen aus. Allen voran Tim Daseking. Im
Halbfinale stand
der Mittelfeldspieler noch an dritter Stelle der Liste der Neunmeterschützen, "als es im Finale zum Shoot-out kam, war klar, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte den entscheidenden Neuner schieße".
Die Endrunde bescherte den Theesenern noch eine weitere märchenhafte Geschichte. Thies Kambach, der nach seiner schweren Verletzung im November lediglich erste Gehversuche auf dem Feld gemacht hatte, entschloss sich am Sonntagmorgen zu einer Teilnahme am Hallenmasters. Trainer Andreas Brandwein hatte seinen zweiten Topstürmer am Samstagabend per SMS gefragt, ob er sich das zutraue - und Kambach hatte nach einer Nacht Schlaf zugesagt.
Damit konnte
der VfL Theesen auf sein geniales Duo Hertel/Kambach setzen, dass im Finale die beiden Führungen das VfB Fichte - 1:0 (2.) Asad Ay und 2:1 (13. ) Milaim Bobaj - mit sehenswerten Kombinationen egalisierte. Hertel auf Kambach: 1:1 (8.). Und Kambach auf Hertel: 2:2 (18.). "Die beiden haben den Ausschlag gegeben", lobte Brandwein: "Ohne sie hätten wir nicht gewinnen können."
Das zeigt, wie stark der VfB Fichte war. Coach Mark Sawkill ärgerte sich sogar, dass "wir beim 2:1 zu dumm waren, dass 3:1 zu machen. Die Chancen hatten wir". Der Vereinsvorsitzende Bernd Behrends klang da schon versöhnlicher: "Wir haben eine sehr gute Leistung geboten und uns bestens verkauft."
"Wir
waren jetzt mal dran"
HALLENFUSSBALL: Stadtmeister Theesen feiert
ausgiebig / Gadderbaum als Austragungsort gesetzt VON MATTHIAS FOEDE (Neue Westfälische)
Bielefeld. Der Pott ist im Bielefelder Norden
geblieben. Der Titel des Hallenfußball-Stadtmeisters wanderte am Sonntag nur
drei Kilometer von der Jöllenbecker Dorf- zur Theesener Gaudigstraße - vom
Premierensieger 2006 zum Premierensieger 2007.
"Wir sind in den letzten Jahren stets am späteren Gewinner gescheitert,
wir waren jetzt mal dran", bilanzierte Theesens Manager Heinz-Werner Stork
nach dem glücklichen, aber demnach auch verdienten 5:3-Finalerfolg über VfB
Fichte.
Das packende Endspiel sowie die sehenswerten Duelle der Endrunde trugen zu
einem herausragenden Abschluss des elften Hallenmasters bei, das allerdings an
den Vortagen weit weg von seiner Bestform war. Mit dem KSC Bosna trat zum
ersten Mal in der Turniergeschichte eine Mannschaft nicht an. Zu allem
Überfluss informierte der Klub die Organisatoren erst 45 Minuten vor
Spielbeginn über seinen personellen Engpass.
Nachdenklich stimmten
die vielen überharten und unfairen Aktionen, die überhaupt nicht zu der überaus
fairen und friedlichen Endrunde passten. Die Partie zwischen Bosporus und
Babenhausen musste am ersten Tag sogar abgebrochen werden, weil sich ein
Bosporus-Akteur unbedingt prügeln wollte. "Das wird noch ein Nachspiel vor
der Kreisspruchkammer haben und genauso behandelt, als sei die Schlägerei auf
dem Feld während eines Meisterschaftsspiels geschehen", sagte der
Kreisvorsitzende Markus Baumann.
Überzeugend war dagegen das Auftreten einiger Underdogs. "Brodhagen hat
sich nach zwei Klatschen am Ende sogar einen Sieg gegen Milse erkämpft.
Toll", lobte Baumann. Und Manfred Brinkmann - als Werbeleiter der
Sparkasse Bielefeld täglich vor Ort - ergänzte: "Mir haben Babenhausen,
Hoberge und Gadderbaum imponiert.
Man hat gesehen, dass das Turnier für die
kleinen Vereine eine besondere Gelegenheit ist, sich zu präsentieren."
Ebenfalls großen Anklang fand die Sporthalle Gadderbaum als neue
Austragungsstätte. "Mir gefällt der Standort richtig gut", sagte
Baumann: "Die Halle ist groß, hell und liegt zentral. Wir werden sie als
Austragungsort behalten."
In diesem Zusammenhang sollten die Ausrichter wieder einmal darüber nachdenken,
ob ein derart stimmungsvolles Finale nicht in die Seidensticker Halle gehört.
Trotz aller organisatorischen Probleme und finanziellen Risiken (Getränke und
Essen können dort nicht von den Vereinen verkauft werden) sollte sich der
Fußballkreis dieses Themas annehmen. Das stetig wachsende Zuschauerinteresse
verlangt danach.
1.700 Fußballfans sorgten auf den Jöllenbecker Rängen für ein
Ölsardinen-Feeling. Teilweise standen die Zuschauer auf der Galerie in Fünferreihen
oder saßen auf der Gegengeraden auf dem Dach der Toiletten. Voller geht es
nicht. Bei Zahlen um die 2.000 Zuschauer kann es in Bielefeld nur einen
Austragungsort geben. Alles andere müsste sich doch regeln lassen - oder?
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