WM 1994 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften |
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"Peles Erben" mit starken Nerven Er füllt die Klatsch- und die Sportseiten der brasilianischen Tageszeitungen, ist am Tresen genauso unwiderstehlich wie im gegnerischen Strafraum, wird geliebt, beneidet und gehasst: Romario ist ein Spieler mit zwei Gesichtern. In den USA präsentiert sich der Goalgetter aber fast ausschließlich von seiner Schokoladenseite. Mit fünf Treffern trägt er dazu bei, dass eine ganze Nation im Freudentaumel schunkelt. 24 Jahre nach dem letzten Titelgewinn schlagen „Peles Erben“ wieder zu und sichern sich durch ein 3:2 nach Elfmeterschießen gegen Italien den so lang ersehnten vierten WM-Cup. Auf der einen Seite tanzende Kicker von der Copacobana, auf der anderen ein niedergeschlagener Franco Baresi. Der Routinier ist normalerweise dank seiner Defensiv-Qualitäten die „Lebensversicherung“ der Italiener. Im Penalty-Schießen versagen ihm aber genauso die Nerven wie Weltfußballer Roberto Baggio, der den entscheidenden Strafstoß vergibt – ausgerechnet die beiden besten Akteure der „Squadra Azzura“ sind die Pechvögel. |
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| Effenbergs
"Stinkefinger"
Glückspilze
gibt es - auch unter den deutschen Spielern - eher nicht. Der Titelverteidiger,
von einem in der öffentlichen Meinung als „überfordert“ bezeichneten
Bundestrainer Berti Vogts betreut, spielt in der Vorrunde wie von allen guten
Geistern verlassen. Das einzig „Denkwürdige“ der Vorrunde: ein obszön
gestreckter Mittelfinger. Stefan Effenberg zeigt ihn den deutschen Fans, die
seine Auswechslung in der 75. Minute in der Partie gegen Südkorea lauthals
herbeigeschrien hatten. Ein empörter DFB-Präsident Egidius Braun sorgt für
Effenbergs vorzeitige Heimreise. |
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| Kolumbiens
Nationalverteidiger ermordet Auch wenn die WM ohne Deutschland im zuvor eher argwöhnisch beäugten Heimatland des „Soccer“ die Fußball-Welt fasziniert - am 2. Juli ist der Sport nur Nebensache. An jenem Tag wird Kolumbiens Nationalverteidiger Andrés Escobar in Medellin auf offener Straße mit zwölf Schüssen geradezu hingerichtet. Ein Augenzeuge hört dabei den Satz „Danke für das Eigentor“ fallen. Zehn Tage zuvor trifft Escobar im Vorrundenspiel gegen die USA ins eigene Netz – das Aus für den „Geheimfavoriten“ aus Südamerika. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Drogen-Mafia aus Medellin hinter diesem Anschlag steht. Während in Kolumbien getrauert wird, geht die WM weiter – wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack. Wer hätte gedacht, dass Bulgarien und Schweden ins Halbfinale einziehen? Die Osteuropäer mit ihren Superstars Hristov Stoitchkov und Yordan Letchkov kegeln Titelverteidiger Deutschland im Viertelfinale 2:1 raus, die Nordlichter bezwingen in der selben Runde die starken Rumänen mit 5:4 nach Elfmeterschießen. Für die Niederlande, mit der wohl stärksten Mannschaft seit Cruyff und Co. angetreten, ist ebenfalls in der Runde der letzten Acht Schluss – 2:3 nach tollem Kampf gegen die Brasilianer.
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| Maradonas Tragödie - Erneut
gesperrt
Schon im
Achtelfinale hatte sich Argentinien verabschiedet, mit 2:3 gegen Rumänien. Ihr
Superstar Maradona war zuvor durch die Dopingprobe gefallen, von der FIFA
gesperrt und vom eigenen Verband ausgeschlossen worden. Eine menschliche
Tragödie, denn Maradona hatte nach einer vorhergehenden Sperre wegen
Kokain-Konsums und anschließender Entziehungskur nur mühsam den Weg zurück in
die internationale Spitze gefunden. |
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