WM 1950 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften |
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Trauer im Tempel des Fußballs Fußball als Kunst und Kult - Brasilien macht es möglich. Aber nicht die "Selecao" durch Kabinettstückchen auf dem Rasen. Das Zauberwort heißt "Maracana", ein Fußball-Stadion mit gigantischen Ausmaßen. Star-Architekt Joao Roque entwirft die Riesenarena mit gut 200.000 Plätzen in Rio de Janeiro. Der Bau hat eine Länge von 317 Metern, die Breite beträgt 280 Meter. Die Voraussetzungen für Brasiliens ersten WM-Titel sind geschaffen, doch der architektonische Vorstoß in eine andere Dimension überträgt sich nicht auf die Qualitäten der einheimischen Ball-Artisten. Brasilien verliert das entscheidende Spiel der Finalrunde gegen Uruguay mit 1:2 und im Tempel des Fußballs lassen vier Menschen ihr Leben. Drei Zuschauer sterben ob der Aufregung an Herzschlag, einer stürzt sich aus Enttäuschung über den verpassten WM-Titel von der Tribüne in den Tod. Womöglich sind es die Kraftreserven, die den "Urus" einen Vorteil bescheren. Denn in der Vorrunde spielten die Südamerikaner mit Bolivien nur in einer Zweier-Gruppe, während Brasilien drei Partien absolvieren muss. Frankreich, Portugal und Indien, allesamt für die erste WM nach Ende des Zweiten Weltkriegs qualifiziert, ziehen kurzfristig zurück. Trotzdem wird in vier Vorrundengruppen gespielt - und das mit 13 Teilnehmern, die in eine Zweier-, eine Dreier- und zwei Vierergruppen aufgeteilt sind. Zudem ist Bolivien für die "Urus" nur Kanonenfutter. In einer Begegnung, die mehr an ein Trainingsspiel erinnert, siegt der Favorit mit 8:0, zu dem allein "Pepe" Schiaffino vier Treffer beisteuert. Mit so wenig Aufwand gewinnt kein Konkurrent eine Gruppe. |
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| Uruguay ist Brasiliens
Albtraum Die europäischen Nationen erfüllen die Erwartungen nicht. Titelverteidiger Italien scheitert in der Vorrunde an den Schweden, die nur mit Amateuren antreten. Allerdings sind die Südeuropäer schon im Vorfeld beachtlich geschwächt - wenige Monate vor der WM verliert Italien bei einem Flugzeugabsturz sämtliche beim AC Turin unter Vertrag stehende Leistungsträger. England, zum ersten Mal WM-Teilnehmer, muss ebenfalls nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Dem respektablen 2:0 über Chile folgt eine 0:1-Blamage gegen die USA, im entscheidenden Spiel gegen Spanien ziehen die Briten mit 0:1 den Kürzeren. Deutschland ist - wie Japan - noch von der FIFA ausgeschlossen. Die Finalrunde sieht nach einem Selbstgänger für Brasilien aus. Während die "Selecao" Spanien mit 6:1 und Schweden mit 7:1 demontiert, quält sich Uruguay zu einem 2:2 gegen die Iberier und besiegt Schweden nach einem 1:2-Rückstand durch einen Treffer von Miguez sechs Minuten vor Schluss noch 3:2. Im finalen Kick gegen die "Urus" reicht den Gastgebern, die bis zur 68. Minute mit 1:0 führen, ein Remis. Doch Juan Alberto Schiaffino und Eduardo Ghiggia, der neun Minuten vor dem Ende das 2:1 erzielt, machen die Sensation perfekt. |
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