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Fußball, Leichtathletik, Freizeit- und Gesundheitssport im FLVW-Kreis Bielefeld

Trauer um 'Otto' Puhlmann



Bielefelder KLA-Lehrwart und jahrzehntelang erfolgreicher Trainer wurde 74 Jahre alt.

06.08.2021

Die Bestürzung ist groß, der FLVW-Kreis Bielefeld trauert um Friedrich Puhlmann, der nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben ist. Seine Familie, seine Sportfreunde und Schützlinge nannten ihn seit jeher "Otto" anstelle seines offiziellen Vornamens.  

So war er auch im gesamten OWL-Bezirk bekannt, galt als Trainer-Ikone über den engen Vereinsrahmen hinaus. Im Blick auf junge Talente sah er immer das große Ganze: Wer Interesse an der Leichtathletik zeigte, wurde von ihm gefördert – gleich, welches Trikot er trug. Und sein Autodach trug oft Stabhochsprung-Stäbe, diese Disziplin lag ihm besonders am Herzen. Noch wenige Monate vor seinem Tod machte er sich immer wieder auf den Weg ins Stadion, um Till Heienbrok und dessen Bruder Aaron vom Kreisverein LC Solbad Ravensberg mit fachlichen Tipps anzuleiten. Ende Juni bedankte sich der 13-jährige Till mit neuem U-14-Westfalenrekord von 3,51 m. "Otto wird mir jetzt sehr fehlen", war ihm nach der traurigen Nachricht klar.

Seit Jahrzehnten hat Puhlmann Generationen von Stabhochspringer*innen betreut, unter ihnen alle, die einen Kreisrekord halten – in welcher Altersklasse auch immer. Einst hatte er selbst die vier Meter übersprungen, war 1977 aber auch Westfalenmeister im Zehnkampf und somit prädestiniert, als Trainer die Leichtathletik in ihrer ganzen Vielseitigkeit zu vermitteln. Den Zehnkampf-Kreisrekordler Andreas Bensch führte er zu einer Punktzahl über dem 7.000-er Limit.

An der Deutschen Sporthochschule Köln hat er sein Sportlehrer-Diplom erworben und für die Leichtathletik viel gelernt vom Dozenten Ulrich Jonath, einem angesehenen LA-Experten. Die Fächer Sport und Erdkunde unterrichtete er am Brackweder Gymnasium und danach an der Hans-Ehrenberg-Schule Sennestadt. An der Nahtstelle zwischen Schul- und Vereinssport leistete er Vorbildliches. "Immer hat mir die Arbeit mit jungen Athleten Spaß gemacht", sagte der leidenschaftliche Pädagoge mal.

Nach dem Studium hatte er sich auch in einem Bielefelder Verein engagiert, wurde mit erst 27 Jahren ein erfolgreicher Jungtrainer in der BTG. Von der Jugend-DM brachte sein „Talentschuppen“ damals zwei Finalplätze durch Hürdensprinter Axel Kammeyer und die 4x100-m-Staffel mit. Später gewann ihn die LG Gütersloh als Trainer. Zu seinen damaligen Sportfreunden wie Hansi Böhme, Karl-Heinz Kelle, Manfred Berg oder Kurt Kaschke blieb immer in engem Kontakt.

Seine Fachkompetenz nutzte er auch dazu, in Bielefeld viermal eine dezentrale (nicht in der Sportschule Kaiserau durchgeführte) C-Trainer-Ausbildung souverän zu leiten, Fortbildungskurse anzubieten und sich um die Stützpunktarbeit für Talente zu kümmern. In Anerkennung seiner vielen Verdienste hat ihm der Deutsche Leichtathletik-Verband vor fünf Jahren die DLV-Ehrennadel in Gold verliehen.

Sein Tod ist für den Kreis-Leichtathletik-Ausschuss(KLA), dem er seit 2013 als Lehrwart angehörte, ein unersetzlicher Verlust. "Otto war immer ein ruhender Pol, bei schwierigen Entscheidungen hat er uns mit kompetenter Beratung geholfen", hob die Vorsitzende des KLA Petra Heiderstädt hervor. Allen, die ihn kannten und ihn insbesondere als Mensch schätzten, wird Otto Puhlmanns sympathisch offene, freundliche und zugewandte Art fehlen. Doch gern wird man sich an sie erinnern.

Text: Claus-Werner Kreft