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Fußball-Frauen - Deutschland ist Weltmeister!

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Deutschland ist Weltmeister!

Fußball-Frauen - Deutschland ist Weltmeister!

Unweit der Traumfabrik Hollywood ist für die deutschen Fußball-Frauen ein Traum in Erfüllung gegangen. Die deutsche Mannschaft ist zum ersten Mal Weltmeister! Ein 'Golden Goal' von Nia Künzer in der 98. Minute brachte die Entscheidung in diesem packenden Finale.

Nach 90 Minuten regulärer Spielzeit stand es zwischen Deutschland und Schweden 1:1. Die schwedische Führung durch Hanna Ljungberg (41.) glichen die Deutschen nur wenige Sekunden nach der Pause aus, als Maren Meinert (46.) nach toller Vorarbeit von Birgit Prinz mit einem Rechtsschuss den Ball im Gehäuse unterbrachte.

Beide Teams ließen in der zweiten Halbzeit zahlreiche Chancen aus, das Spiel für sich zu entscheiden, Deutschland war in den zweiten 45 Minuten anfangs drückend überlegen, bevor Schweden wieder ins Spiel zurückfand. In der ersten Halbzeit waren die Skandinavierinnen Spiel bestimmend.

In der Verlängerung übernahm Deutschland das Kommando, in der 98. Minute zirkelte Renate Lingor einen Freistoss in den Strafraum, Nia Künzer stieg zum Kopfball hoch und drückte den Ball ins Netz.

Durch das Kopfballtor der Frankfurterin setzten die Spielerinnen von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer im kalifornischen Carson den erfolgreichen Schlusspunkt unter ein Turnier der Superlative und schafften nach fünf Europameisterschaften und dem verlorenen WM-Finale 1995 endlich den ersehnten ganz großen Coup.

Wiegmann krönt ihre Karriere

Mit dem Sieg vor 26.173 Zuschauern im Home Depot Center gelang Bettina Wiegmann zugleich die Krönung ihrer einzigartigen Karriere. Die 32-Jährige vom FFC Brauweiler zog in ihrem 154. und letzten Länderspiel wie gewohnt die Fäden bei der deutschen Mannschaft, die nach 23 Toren im Turnierverlauf aber ausgerechnet im Finale zahlreiche hochkarätige Chancen vergab und bis zum Ende um den knappen Erfolg bangen musste.

In der Spitze blieb Birgit Prinz, mit sieben Treffern erfolgreichste Torschützin des WM-Turniers, bei ihren zahlreichen Einschussmöglichkeiten glücklos oder fand in der überragenden schwedischen Keeperin Caroline Jönsson ihre Meisterin. Auf der Gegenseite verfügten die Schwedinnen, die von elf Länderspielen gegen Deutschland bislang fünf für sich entschieden hatten, mit den flinken Victoria Svensson und Ljungberg über ein Sturm-Duo der Extraklasse.

Mit dem Finalsieg führte Tina Theune-Meyer als erste Frau eine Mannschaft zum WM-Titel. Sie hatte ihr Amt nach den Olympischen Spielen in Atlanta am 1. August 1996 angetreten. Doch trotz fünf Turniersiegen, die mit eindrucksvollen 23:3 Toren errungen wurden, konnten die deutschen Spielerinnen im Finale zu ungewohnt früher Stunde (10.00 Uhr Ortszeit) ihre Nervösität lange Zeit nicht ablegen. Gegen die bisweilen hart einsteigenden Skandinavierinnen, die auf dem Weg ins Finale Kanada mit 2:1 ausgeschaltet hatten, fand das Team nur schwer seinen Rhythmus.

Deutschland in erster Halbzeit zu nervös

Beide Mannschaften gingen erwartungsgemäß vorsichtig in die Partie und tasteten sich zunächst ab.

Europameister Deutschland setzte sich zunächst mit einigen Angriffen über die Flügel in Szene. Auf der rechten Seite zeigte Kerstin Garefrekes einige schöne Flügelläufe. Verteidigerin Jane Törnqvist musste sich bei Garefrekes' Flanken mächtig anstrengen (14.).

Auf der anderen Seite standen Victoria Svensson und Hanna Ljungberg wiederholt im Zentrum des Geschehens. Svensson zog nach einer unübersichtlichen Situation von der Fünfmeterraumlinie ab, doch Kerstin Stegemann konnte im letzten Moment einen deutschen Rückstand verhindern (23.).

Kurz darauf stellte Svensson erneut ihre Gefährlichkeit unter Beweis, doch bei ihrem Schuss aus der zweiten Reihe brauchte Torhüterin Rottenberg nicht einzugreifen, da der Ball das Ziel knapp verfehlte (25.).

Die Deutschen warteten weiter ihre Konterchancen ab und kamen über Bettina Wiegmann, deren flache Flanke jedoch knapp vor Birgit Prinz zur Ecke geklärt wurde (26.).

Malin Andersson hätte kurz darauf Schweden beinahe in Führung gebracht. Ihren mit links geschossenen Volley aus knapp 23 Metern hätte Rottenberg wohl nicht erreicht, doch der Ball flog knapp über die Latte (30.).

Im Gegenangriff setzte Bettina Wiegmann Birgit Prinz mit einem schönen Zuspiel in Szene. Die große deutsche Stürmerin konnte ihren Schuss jedoch nicht platziert genug anbringen und das Leder flog am Tor vorbei ins Aus (31.).

Birgit Prinz wurde nun immer auffälliger. Sie nahm einen Pass von Pia Wunderlich auf und wollte das Leder an Torhüterin Jönsson vorbei ins Tor zirkeln, doch Jönsson kam mit letzter Kraft noch an den Ball und konnte klären (36.).

Schweden geht in Führung

Schließlich gingen die Skandinavierinnen in Führung. Hanna Ljungberg erlief sich einen brillanten Steilpass von Svensson und schob das Leder mit viel Cleverness an der herausstürzenden Silke Rottenberg vorbei in die Maschen (0:1, 41.).

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hatte Prinz die Chance zum Ausgleich. Ein flacher Pass von Stegemann kam genau vor das Tor, doch die Torschützenkönigin konnte das Leder nicht erreichen (45.).

Nach der Pause dauerte es nur wenige Sekunden, bis die Deutschen den Ausgleichstreffer erzielten. Prinz leistete die Vorarbeit. Ihr Pass landete bei Maren Meinert, die mit ihrem Schuss die schwedische Torhüterin Jönsson überwandt (1:1, 46.).

Nachdem die Schwedinnen so kalt erwischt worden waren, fanden sie zunächst nicht ins Spiel zurück, und die Deutschen übernahmen das Kommando. Prinz hätte den Europameister fast in Führung geschossen, als sie nur um Zentimeter eine Flanke von Garefrekes von der rechten Seite verpasste (54.).

Dann war es Wiegmann, die nahe dran. Zuvor hatten die Deutschen noch nach einem Foul an Garefrekes Elfmeter reklamiert. Wiegmann behielt die Übersicht, doch Jönsson wehrte mit einer tollen Parade den Ball ab (58.).

Deutschland am Drücker

Die Deutschen blieben am Drücker. Ein toller Kopfball von Ariane Hingst wurde erneut von Jönsson in toller Manier abgewehrt (60.). Den Nachschuss konnte Prinz nicht verwandeln.

Die Schweden versuchten, über den Kampf zurück ins Spiel und zur Form der ersten Halbzeit zu kommen. Zunächst verpasste jedoch Wunderlich eine Großchance am zweiten Pfosten. Prinz' scharfe Hereingabe von rechts fand Pia Wunderlich nur wenige Meter vor dem Tor, die den Ball jedoch über den Querbalken setzte (62.). Nur wenige Sekunden später zirkelte Stegemann den Ball nur ganz knapp am Tor vorbei (63.).

Der Druck der Deutschen wurde immer stärker, aber erneut war es Jönsson, die in brillanter Manier eine Großchance zunichte machte. Wiegmann lenkte den Ball mit einem feinen Hackentrick zu Maren Meinert weiter, die sofort abzog. Doch die schwedische Keeperin bekam noch eine Hand an den Ball, der die Querlatte touchierte und übers Tor ging (74.).

Svensson umspielte zwei deutsche Verteidigerinnen an der Eckfahne, aber der Winkel war zu spitz, um den Ball noch ins Tor zu bekommen (80.).

Chancen zum WM-Gewinn für beide Teams

Ljungberg wollte nur kurze Zeit später schier verzweifeln, nachdem sie eine große Chance leichtsinnig vertan hatte. Frida Oestbergs Flanke auf den zweiten Pfosten fand sie völlig allein vor dem deutschen Tor. Aber die kleine Stürmerin traf den Ball nicht richtig - und die Gelegenheit war dahin (81.).

Wie um alles wieder gut zu machen, war es erneut Ljungberg, die Gefahr für das deutsche Tor heraufbeschwor. Sie umspielte Hingst und Minnert, zog ab, doch ihr Schuss wurde von Rottenberg pariert (83.).

Kurz vor Abpfiff der zweiten Halbzeit bot sich Ljungberg ihre letzte Torchance. Svenssons Flanke von rechts erreichte die quirlige Stürmerin. Doch ihr Schuss ging vorbei, und auch diese Torgelegenheit war vertan (86.).

Dann war wieder Svensson an der Reihe. Doch auch ihr Schuss aus gut 20 Metern ging am Tor vorbei (88.).

Gegen Ende der Spiels häuften sich die Chancen, doch das entscheidende Tor wollte nicht fallen, und das Finale ging in die Verlängerung.

Die Deutschen fanden nach Wiederanpfiff schnell ihren Rhythmus. Ein zentimetergenauer Freistoß von Lingor fand Nia Künzer, die mit einem platzierten und harten Kopfball die tapfere schwedische Torhüterin überwand und das Spiel entschied (2:1, 98.).

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