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Spielerin des Spiels

Spielerin des Spiels


Spielerin des Spiels: Silke Rottenberg

Sie sieht zwar ein klein wenig aus wie eine Punk-Rockerin, doch unter dem widerspenstigen Haarschopf hat die deutsche Torfrau Silke Rottenberg offenbar Nerven aus Stahlseilen und geradezu magnetische Hände. Beim 3:0-Erfolg Deutschlands über Gastgeber USA, mit dem Deutschland ins Finale der FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 2003 einzog, brauchte sie beides.

Die 31-jährige Rottenberg hat bereits in zahlreichen großen Spielen für Deutschland zwischen den Pfosten gestanden, doch im Spiel am Sonntag zeigte sie die beste Leistung ihrer Karriere und sorgte mit sechs Glanzparaden für den deutschen Erfolg. Zwei Mal warf sie sich Mia Hamm in den Weg und vereitelte so Chancen des amerikanischen Superstars, und einen Schuss von Kristine Lilly, den jeder schon im Tor sah, parierte sie mit einem sensationellen Hechtsprung.

Hinzu kam eine äußerst überlegene Strafraumbeherrschung. Gründe genug also, sie mit der Auszeichnung als Bud Light Spielerin des Spiels zu ehren.

Nach der deutschen Führung in der 15. Minute rettete Rottenberg mehrfach bei den immer verzweifelteren Versuchen der Amerikanerinnen, den Ausgleich zu erzielen. Unerschrocken warf sie sich immer wieder den amerikanischen Angriffswellen entgegen und konnte fast immer verhindern, dass Zuspielversuche ankamen. Lediglich einmal gelang es Hamm, wie geplant Lilly anzuspielen.

Auch bei Eckbällen zeigte sich Rottenberg in bestechender Form und fing jeden Eckball ab, der vor ihren Kasten gespielt wurde. Selbst bei einem Angriff von Abby Wambach im Fünfmeterraum in der 69. Minute war sie auf dem Posten, als die Amerikanerin übermotiviert versuchte, mit dem Kopf einen Freistoß zu erreichen und statt dessen mit der Torhüterin zusammen prallte.

Auch eine leichte Verletzung des Handgelenks, die sie sich bereits früh im Spiel zuzog, konnte die deutsche Torfrau heute nicht beeinträchtigen. Da Rottenberg hinten so sicher stand und mehrfach weit vor ihrem Tor ins Geschehen eingriff, konnte die deutsche Hintermannschaft sich immer wieder nach vorn orientieren. Bei einem Angriff über Tiffeny Milbrett in der 71. Minute warf sie sich erneut der Amerikanerin entgegen und brachte sie an der Strafraumgrenze zu Fall. Doch da sie den Ball gespielt hatte, blieb den Amerikanerinnen der geforderte Elfmeter versagt.

Rottenberg gab der deutschen Abwehr, in der die Stammkräfte Steffi Jones und Linda Bresonik fehlten, die erforderliche Sicherheit. Selbst als die USA in der Schlussphase der Begegnung alle Spielerinnen bis auf Torhüterin Scurry nach vorn warfen, behielt Rottenberg den Überblick und die Nerven und vereitelte einen Angriff nach dem anderen.

"Rottenberg hat heute das Spiel ihres Lebens geliefert", so Vera Pauw von der Technischen Studiengruppe in der Begründung der Wahl zur Bud Light Spielerin des Spiels. "Sie spielte mit hohem Risiko und war jedes Mal zur Stelle, wenn die Amerikanerinnen ihr Tor mit langen Bällen in Gefahr bringen wollten. Dass Torhüterinnen aus ihrem Tor heraus kommen, wie Rottenberg es heute wieder und wieder tat, ist eine der interessantesten Entwicklungen im Frauenfussball."

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