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Spielerinnen-Porträt

Spielerinnen-Porträt

Renate Lingor

Geburtsdatum: 11. Oktober 1975
Größe: 166 (cm)   Gewicht: 56 (kg)
Position: MF
Derzeitiger Verein: FFC Frankfurt (GER)
LS-Tore (Stand: 19. Sept.2003): 15
Länderspiele (LS) (Stand: 19. Sept.2003): 78

 

Nach der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft in Schweden 1995 – Deutschland unterlag im Finale Norwegen und wurde Vize-Weltmeister - begann die Nationalmannschafts-Karriere von Renate Lingor. Schon während des Nordic Cup mit der U20 in Helsinki machte die 1,66m große Mittelfeldspielerin auf sich aufmerksam, als sie mit ihrem Team das Turnier gewann und Torschützenkönigin wurde.

Ihr erstes Spiel im DFB-Dress absolvierte sie am 25. Oktober 1995 gegen die Slowakai, als sie für Martina Voss eingewechselt wurde. Doch danach kamen zunächst nur sporadische Einsätze im Nationalteam. Beim Olympischen Turnier in Atlanta 1996 gehörte sie zwar zum Kader, wurde aber lediglich im Spiel gegen Norwegen eingewechselt.

Zum Fussballspielen kam Renate Lingor als Sechsjährige durch ihren älteren Bruder. Sie spielte zunächst gleichzeitig in einer reinen Jungenmannschaft und in einem Mädchenteam. Über den Karlsruher SC kam sie 1990 als damals 14-Jährige zum Fussball-Bundesligisten SC Klinge Seckach. Ihr größter größter Erfolg mit dem SC war das DFB-Pokalfinale 1996 gegen den FSV Frankfurt. Vor der tollen Kulisse von 40.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erzielte sie den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch ihr Team unterlag am Ende knapp mit 1:2.

Ein Jahr später nahm die gebürtige Karlsruherin ein Angebot vom 1. FFC Frankfurt an, wo sie im ersten Jahr gleich Vizemeister wurde. Mittlerweile hat sie mit den Hessen drei deutsche Meisterschaften, vier Pokalsiege und den UEFA-Cup 2002 geholt. In Frankfurt wurde Lingor zu einer Leistungsträgerin in einem Team, das mit Nationalspielerinnen nur so gespickt ist.

Auf den Durchbruch auf internationaler Ebene musste sie jedoch weiter warten. 1999 gehörte sie zum Kader der Nationalelf bei der FIFA-Frauenfussball-Weltmeisterschaft in den USA, doch über eine Rolle als Einwechselspielerin kam die damals 23-Jährige nicht hinaus. Immerhin gelang ihr beim 6:0-Sieg gegen Mexiko ein Treffer. Trotzdem hat sie an das Turnier in den Vereinigten Staaten gute Erinnerungen: „Es ist natürlich etwas Besonderes, vor solch einem großen Publikum zu spielen als vor ein bis zweitausend Zuschauern. Ich erinnere mich zum Beispiel an das Spiel gegen die USA im JFK-Stadion in Washington, da bekommt man dann schon eine Gänsehaut.“ Der Durchbruch gelang ihr beim Olympischen Fussballturnier 2000 in Sydney. Nach tollen Leistungen in der Vorrunde ebnete sie ihrer Mannschaft im Spiel um Platz drei mit ihrem Treffer zum 1:0 in der 64. Minute den Weg zum späteren 2:0-Sieg gegen Brasilien und zum Gewinn der Bronzemedaille. „Sydney war was ganz Großartiges. Das war vom Ergebnis her schöner als die WM 1999“, so Lingor zum olympischen Turnier.

Ein Jahr später war sie bei der Europameisterschaft im eigenen Land eine der auffälligsten Spielerinnen der deutschen Elf und trug maßgeblich zum Titelgewinn bei.

Die 28-Jährige ist mittlerweile eine feste Stütze im Team von Tina Theune-Meyer. Im letzten Jahr absolvierte sie fast alle Spiele im DFB-Dress. Die Mittelfeldspielerin verfügt über exzellente technische Qualitäten, ist sehr dribbelstark und kann sich auf engstem Raum durchsetzen. „Technik ist meine Hauptstärke, am Ball bin ich relativ sicher. Was mir noch fehlt ist die Torgefährlichkeit. Ich müsste noch öfter mit vorne reingehen und nicht nur durch Standardsituationen treffen“, will sie noch weiter an sich arbeiten, um vielleicht das erhoffte Ziel zu erreichen: „Das wird meine letzte WM sein, da möchte ich natürlich einen positiven WM-Abschluss haben.“

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