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Fußball-Frauen - Deutschland ist Weltmeister!

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Spielerinnen-Porträt

Spielerinnen-Porträt

Bettina Wiegmann

Geburtsdatum: 07. Oktober 1971
Größe: 170 (cm)   Gewicht: 60 (kg)
Position: MF
Derzeitiger Verein: Brauweiler-Pulheim (GER)
LS-Tore (Stand: 19. Sept.2003): 49
Länderspiele (LS) (Stand: 19. Sept.2003): 148  

 

Die Chance, professionell Fussball zu spielen, sei ein Traum gewesen, sagt die deutsche Mittelfeldregisseurin Bettina Wiegmann. Ein Traum der wahr wurde.

"In Deutschland fristet der Frauenfussball ein Schattendasein", sagt Wiegmann, eine der weltbesten Spielmacherinnen. "Man trainiert und spielt jahrelang, man arbeitet hart, und dann kommen am Wochenende vielleicht 200 Zuschauer. In der amerikanischen WUSA dagegen ist man Profi und spielt vor 11.000 begeisterten Fans. Das ist fantastisch."

Zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Maren Meinert ging es für Wiegmann 2000 in die US-Profiliga WUSA zu den Boston Breakers. Vorbei die Zeit, da sie sich hauptberuflich mit Stromkreisunterbrechern und Schaltkreisen beschäftigen musste. Denn vom Fussballspielen konnte sie in Deutschland nicht leben. Ihre Brötchen verdiente sie sich als Elektrikerin.

"Mit Frauenfussball kann man in Deutschland kein Geld machen", berichtet Wiegmann. "Mein Gehalt bekam ich von meiner Arbeit bei einem Telekommunikationsunternehmen."


Wenn sie also nicht gerade Fans der deutschen Frauenfussball-Nationalelf oder ihres Heimatvereins Brauweiler-Pulheim verzückte, montierte Wiegmann Telefone und dergleichen. Um in der WUSA spielen zu können, ließ sie sich von ihrem Arbeitgeber beurlauben.

Von mehreren Verletzungen geplagt, entschied sich die 31-Jährige jedoch im Februar 2003 gegen eine dritte Spielzeit in der WUSA und für eine Heimkehr nach Deutschland. Jetzt erfüllt sie sich einen zweiten Traum: Beim Fussballverband Mittelrhein trainiert sie vor den Toren Kölns die U-13 und die U-15 des deutschen Frauenfussballs.

"Ich hatte so viel Glück im Fussball", meint Wiegmann. "Jetzt möchte ich den fussballbegeisterten Mädchen in Deutschland beim Training unter die Arme greifen und ihnen helfen. Vielleicht können sie dann ja eines Tages auch mal professionell spielen."

Als deutsche Nationalspielerin (36 Tore in 118 Begegnungen seit 1989) bringt sie die dafür notwenige Erfahrung sicher mit.

Bei den deutschen Medien gilt Bettina Wiegmann als Zuverlässigkeit in Person. Ihr Spiel zeichnet sich durch die für sie typischen Drehungen aus, mit denen sie oft gleich mehrere Gegnerinnen abschüttelt. Zudem besticht Wiegmann durch großartige Übersicht und überragende Spielmacherqualitäten. Sie verliert auch unter Druck nicht die Ruhe und kann das Leder mit präzisen Pässen über das ganze Spielfeld dirigieren.

Nicht zuletzt dank dieser Fähigkeiten wurde Deutschland 2001 zum dritten Mal in Folge Europameister - der vierte Titel dieser Art für Wiegmann (1991, 1995, 1997 und eben 2001). Bettina Wiegmann hatte auch maßgeblichen Anteil am Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 und am Gewinn des FIFA Fair-Play Awards. Zudem war sie Mitglied des ersten FIFA AllStar-Teams 1999 und wurde 1997 zu Deutschlands Fussballerin des Jahres gewählt. Wiegmann war es, die gegen Japan das erste Frauenfussballtor in der Geschichte der Olympischen Spiele schoss. Und als Deutschland 1995 bei der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft den zweiten Platz belegte, sicherte Wiegmann mit ihrem Tor im Halbfinale gegen China den Finaleinzug.

Obwohl sie in der FIFA-Liste der besten Spielerinnen des Jahrhunderts auf Platz 17 rangiert, mache sie die WM-Kulisse noch immer nervös, behauptet Wiegmann.

"Es wäre ja auch verrückt, vor einem Spiel nicht wenigstens ein bisschen nervös zu sein", lacht sie. "Für mich ist das sogar gut, denn wenn ich nicht nervös bin, spiele ich nicht gut."

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