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WM 1986 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften
Mexiko
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Fußball
Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko
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Vize-Weltmeister trotz
"Stein-Schlag"
Gesucht wird ein Ersatzkeeper - topfit, keinen Deut
schlechter als die Nummer eins, nett und vor allem: ohne Chance zu spielen.
Name: Uli Stein, HSV. Weil die Deutschen aber schlecht spielen, gibt es intern
Krach. Der dreht sich vor allem um Toni Schumacher, die Nummer eins im Kasten
der DFB-Elf. Schumacher ist von seiner Topform weit entfernt. Die Folge: Die
Münchener Fraktion um Kapitän Karl-Heinz Rummenigge greift die Kölner Clique um
Vize-Kapitän Schumacher an - und mittendrin statt nur dabei: Stein, der seine
Chance wittert.
Allerdings
reinigt ein Treffen zwischen Schumacher und Rummenigge alle Zwistigkeiten. Das
ist Uli Stein zuviel. Er zieht gegen Beckenbauer vom Leder und beschimpft ihn
als "Suppenkasper" und die Mannschaft als "Gurkentruppe".
Die Konsequenz für den Querulanten: Beckenbauer schickt Stein sofort nach Haus.
Die
deutschen Elite-Kicker reißen sich zusammen und kommen als Gruppenzweiter
hinter Dänemark eine Runde weiter. Das erste Ziel ist erreicht - das
Achtelfinale. Während die Dänen danach ausscheiden, arbeiten sich die
Beckenbauer-Kicker Stück für Stück Richtung Endspiel. Gegen Marokko reicht ein
Matthäus-Tor zum 1:0, gegen Mexiko das Glück im Elfmeterschießen (4:1), und im
Halbfinale gegen Frankreich sichern Brehme und Völler mit dem 2:0 den fünften
Einzug in ein WM-Finale. Eine Traumbilanz.
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Maradona und die Hand
"Gottes"
Die
Deutschen schwimmen vor dem Endspiel auf einer Welle der Begeisterung.
"Jetzt wollen wir auch den Cup", verkündet Lothar Matthäus voller
Überzeugungskraft. Die ist auch vonnöten, denn der Münchener wird mit der
wichtigsten Aufgabe seiner Karriere betraut: Er soll Diego Armando Maradona,
den Superstar dieser Weltmeisterschaft, nicht nur stoppen, sondern nach
Möglichkeit "entzaubern". Das gelingt fast vollständig. Dafür enttäuscht auf
deutscher Seite ein anderer - Keeper Schumacher. Ein ums andere Mal segelt er
im Strafraum am Leder vorbei. Die Argentinier führen beruhigend mit 2:0. Da
nutzt es auch nichts, dass Rummenigge und Völler binnen neun Minuten zum 2:2
ausgleichen. Die deutsche Mannschaft läuft nun ins offene Messer. Burruchaga
besiegelt nach einem Maradona-Traumpass sechs Minuten vor dem Ende das deutsche
Schicksal.
"Dieguito"
ist der schillerndste Protagonist dieser WM. Als er am 29. Juni nach dem 3:2
über Deutschland den Pokal küsst, hat er den Zenit seiner Karriere erreicht und
eine ganze Nation steht Kopf. Maradonas Führungstreffer im Viertelfinale gegen
England mit der "Hand Gottes" haben 100.000 Zuschauer im
Azteken-Stadion von Mexiko-City als irreguläres Tor gesehen, nur der tunesische
Schiedsrichter Ali Bennaceur nicht. Ein Skandal. Dennoch wird Maradona, der
überragend auftrumpft, zum unumstrittenen Superstar des Turniers.
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DFB-Kicker in Europa die
Nummer eins
Dass
Deutschland zum zweiten Mal in Folge ein Finale verliert, ist bitter. Aber die
Mannschaft von Coach Franz Beckenbauer verkauft sich teuer: Zum zweiten Mal
hintereinander schaltet das DFB-Team Frankreich im Halbfinale aus, darf sich
inoffiziell zumindest Europas Nummer eins nennen.
Überraschend
auch der Auftritt Belgiens: Platz vier hinter Frankreich. Brasilien, wie immer
als heißer Titelanwärter gestartet, verliert im Viertelfinale 3:4 im
Elfmeterschießen gegen Frankreich - ausgelassene Tänze finden am Zuckerhut an
jenem Abend nicht statt.
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