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Fußball
Weltmeisterschaft 1982 in Spanien
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Talfahrt des deutschen
Fußballs
Es ist seine erste Weltmeisterschaft - und die
Fußball-Welt spart nicht mit Hohn und Spott: In Spanien wird der Auftritt des
neuen Bundestrainers Jupp Derwall und seiner viel gepriesenen Akteure zur
beispiellosen Talfahrt des deutschen Fußballs. Zwar werden die deutschen
Elite-Kicker Vizeweltmeister, aber das Ansehen ist ramponiert. Bereits im
ersten Spiel blamieren sich die Deutschen nach Strich und Faden.
Das 2:1 der Algerier über den amtierenden
Europameister geht als "Wunder von Gijon" in die Historie ein.
"Ihre einzige Chance, nicht zu verlieren, ist, gar nicht erst
anzutreten", hatte "Kaiser" Franz Beckenbauer vorher verlauten
lassen. Hochmut kommt meistens vor dem Fall.
Spott und Schadenfreude begleiten die Mannschaft
vier Tage lang bis zum 4:1 gegen die desolaten Chilenen, das Karl-Heinz
Rummenigge mit drei Treffern fast allein herausschießt. Doch die Unkenrufe
gegenüber der deutschen Mannschaft werden nicht weniger - im Gegenteil.
"Fußball-Porno"
in Gijon
Im Kampf um den Einzug in die Finalrunde kommt es
zum nächsten Skandal, als Deutschland und Österreich ein "Spiel"
abliefern, das die Grenze der Ruchlosigkeit offenkundig überschreitet: 1:0
durch Horst Hrubesch schon in der 11. Minute - das ist genau das, was beide
brauchen.
Beide Teams schieben sich fortan die Kugel
gemächlich hin und her, peinlich genau darauf bedacht, an diesem Ergebnis
nichts zu ändern. Deutschland und Österreich ziehen so in die Finalrunde ein;
Algerien, dessen Fans auf der Tribüne verzweifelt mit Geldscheinen winken und
dessen Protest abgewiesen wird, ist ausgeschieden. Die niederländische
Tageszeitung "Volkskrant" umschreibt die "Schieberei von
Gijon" als "ein Stück Fußball-Porno, das in die Geschichte eingehen
wird".
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Paolo Rossi - Vom
Sündenbock zum Liebling der Massen
Ihr
Mittelstürmer Paolo Rossi - zwei Jahre zuvor noch in den größten Wettskandal
der italienischen Fußball-Geschichte verwickelt, gesperrt und dann rechtzeitig
begnadigt - markiert das erste Tor gegen die Deutschen und avanciert mit
insgesamt sechs Treffern zum Torschützenkönig der WM. Zuhause erlangt
"Pablito", der Traum aller Schwiegermütter, umgehend Helden-Status.
In Südamerika dagegen
herrscht Katzenjammer: Die brasilianische "Selecao" mit ihren
Filigrantechnikern Zico und Socrates siegt zunächst vier Mal in Folge, doch
ausgerechnet in der entscheidenden Partie gegen Italien versagen die Nerven.
Brasilien reicht ein Remis für das Erreichen des Halbfinales. 16 Minuten vor
Schluss erzielt Rossi jedoch das 3:2, und die spielerisch wohl beste Mannschaft
des Turniers verabschiedet sich.
Noch
dicker kommt es für Argentinien: Sowohl gegen Italien als auch Brasilien zieht
das Team um "Superstar" Diego Maradona den Kürzeren. Und der
"Messias" des argentinischen Fußballs - im Nachhinein die
personifizierte Enttäuschung - handelt sich gegen die "Selecao"
zusätzlich die Rote Karte ein. Der Titelverteidiger beendet die Veranstaltung
genauso wie er sie beginnt: mit einer Niederlage.
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