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WM 1978 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften
Argentinien
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Fußball
Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien
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Die Schmach von Córdoba
Córdoba - was wie ein guter Whisky klingt, hat bei
den Elite-Kickern der deutschen Nationalmannschaft einen bitteren Beigeschmack
hinterlassen. Österreichs Reporter-Legende Edi Finger indes ist auf dem Stuhl
im Stadion "Chateau Carreras" nicht mehr zu halten: "I wear
narrisch", brüllt der beleibte Mann ständig ins Mikrofon. Zwei Minuten vor
Schluss der dritten und letzten Partie der DFB-Elf in der zweiten Finalerunde
schießt der Wiener Hans Krankl den Weltmeister aus allen Titel-(Verteidigungs-)Träumen.
Die "Schmach von Córdoba" ist perfekt -
nach dem 2:3 gegen Österreich kann Deutschland vorzeitig die Heimreise
antreten. Eine große deutsche Boulevardzeitung "rächt" sich mit der
Veröffentlichung von Krankls privater Telefonnummer. Unter den zahlreichen
geschmacklosen Anrufen sind sogar Morddrohungen.
Die Mitfavoritenrolle des
Titelverteidigers bekommt allerdings schon nach der Vorrunde deutliche Risse.
Im Auftaktspiel gegen Polen gibt es ein mageres, torloses Unentschieden. Eine
Punkteteilung mit Konsequenz: Schön stellt beim nächsten Spiel um, bringt
Dieter Müller, Bernd Dietz und Karl-Heinz Rummenigge für Rüdiger Abramczik,
Erich Beer und Herbert Zimmermann.
Das
wirkt: Es gibt es ein fulminantes 6:0 über Mexiko, ehe Tunesien die
Schön-Kicker in Córdoba beim 0:0 an den Rand einer Niederlage und des
Ausscheidens bringt. Die Stimmung im bundesdeutschen Lager ist mies. Der
Verzicht auf Franz Beckenbauer, dessen Wechsel zu Cosmos New York DFB-Präsident
Herrmann Neuberger heftigst erzürnt, wirkt sich fatal aus.
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Abwehrschlacht gegen
überlegene Italiener
Dennoch
steht die deutsche Elf in der Zwischenrunde. Als Erfolg feiern die Spieler die
Abwehrschlacht beim 0:0 gegen die überlegenen Italiener. In der Neuauflage des
74er-Endspiels erzielen Rüdiger Abramczik und Dieter Müller die Tore gegen die
Niederlande. Arie Haan und Rene van de Kerkhof egalisieren aber beide Male die
Führung des DFB-Teams. Die Tabellenführung ist dahin.
So gibt
es gegen Österreich ein echtes "Endspiel". Für die "Ösis"
geht es um nichts mehr, die Deutschen hingegen könnten bei günstigem Verlauf
des anderen Gruppenspiels zwischen Holland und Italien sogar wieder ins
Endspiel kommen. Aber sie haben diese Rechnung ohne Krankl gemacht.
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Argentinien bejubelt
Menotti
Das Finale gewinnt Gastgeber Argentinien mit einem
3:1 nach Verlängerung gegen Vizeweltmeister Holland. Mario Kempes trifft
doppelt, wird mit insgesamt sechs Toren Top-Scorer dieser WM und beschert
seinem Volk in jenen schweren Junta-Zeiten Momente der Glückseligkeit.
Argentinen, gecoacht vom "besessenen" Trainer Cesar Luis Menotti, ist
zum ersten Mal Weltmeister, die Niederländer verlieren ihr zweites Finale in
Folge.
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