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WM 1974 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften
Deutschland
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Fußball
Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland
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"Kaiser" Franz
gegen "König" Johan
Sie sind grundsätzlich verschiedene Spielertypen,
werden in ihren Heimatländern aber gleichermaßen verehrt. Über ihnen weht ein
"majestätischer" Hauch: Denn Franz Beckenbauer wird in Deutschland
"Kaiser" gerufen, Johan Cruyff in Holland "König". Beide
sind Führungsspieler - und das in den besten Nationalmannschaften der Welt.
Kein Wunder also, dass es am 7. Juli in München zum "Traumfinale" Deutschland
gegen die Niederlande kommt.
Das Endspiel beginnt dramatisch. Sekunden nach
Anpfiff der Begegnung drängt Cruyff in den Strafraum und holt einen Elfmeter
heraus - 1:0 durch Neeskens. Das Chaos regiert in der deutschen Hintermannschaft.
Cruyff und Holland sehen sich schon auf der Siegerstraße. Zu früh gefreut.
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Paul Breitner verwandelt Elfmeter
Libero Beckenbauer mobilisiert seine Kameraden.
Nach Hölzenbeins "Schwalbe" schnappt sich Paul Breitner das Leder und
verwandelt kaltschnäuzig den Strafstoß zum 1:1. Zwei Minuten vor der Pause die
Entscheidung: Gerd Müller stoppt den Ball - eine Flanke von Rainer Bonhof - mit
dem Rücken zum Tor, dreht sich in der ihm eigenen Manier blitzschnell um sich
selbst und jagt den Ball an Jongbloed vorbei in die Maschen. Die Entscheidung
ist gefallen. Trotz eines furiosen Sturmlaufs der Niederländer in der zweiten
Halbzeit bringt die deutsche Mannschaft mit Glück und Geschick den Sieg über
die Zeit. Der zweite WM-Titel nach 1954 ist perfekt.
Für den Coach der deutschen Mannschaft, Helmut
Schön, ist dieser Erfolg zugleich die Krönung seiner Karriere. Denn über die
Jahre formt der "Mann mit der Mütze" sein Team. Damit steigt er in
die Phalanx der erfolgreichsten Trainer auf und wird fortan in einem Atemzug
mit Sepp Herberger genannt, den er 1962 als Bundestrainer beerbte.
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Sparwassers heilsamer
Schock
Zum ersten Mal trifft die Bundesrepublik
Deutschland in einem Länderspiel auf die DDR. Und verliert ausgerechnet vor
heimischem Publikum. 60.200 Zuschauer werden in Hamburg Zeuge, als Jürgen
Sparwasser Sepp Maier düpiert und das einzige Tor der Partie erzielt. Der
Treffer des Magdeburgers hebt die bis dahin so festgefügte bundesdeutsche
Fußball-Welt aus den Angeln. Die DDR wird Gruppenerster vor dem Rivalen aus der
BRD. Trainer Helmut Schön ist ratlos, Kapitän Franz Beckenbauer übernimmt das
Kommando, beruft eine nächtliche Krisensitzung ein und rüttelt seine Mitspieler
auf.Die Niederlage wird zum heilsamen Schock. Es folgen
ein 2:0 gegen Jugoslawien, ein 4:2 gegen Schweden und ein 1:0 in der
"Wasserschlacht" von Frankfurt gegen Polen. Das Finale ist erreicht.
Die DDR dagegen hat ihr Pulver verschossen. In der zweiten Finalrunde gibt es
nur noch einen Punkt aus drei Partien. Trotzdem: Den Klassenfeind besiegt, eine
gute Vorrunde gespielt - für die "Blauhemden" ist der Auftritt in der
Nachbarrepublik ein voller Erfolg.
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Grzegorz Lato - Polens
"Scharfschütze"
Das gilt auch für Polen. Mit ihren
"Scharfschützen" Grzegorz Lato, der mit sieben Treffern
Torschützenkönig wird, und Andrzej Szarmach, der fünf Mal ins Schwarze trifft,
verfügen die Osteuropäer über den gefürchtetsten Sturm. Die Mannschaft
begeistert mit frischem Offensiv-Fußball, siegt fünf Mal hintereinander, bis es
gegen Deutschland - vergeblich - um den Einzug ins Finale geht. Immerhin
sichert sich die Mannschaft um Superstar Lato am Ende Platz drei vor Brasilien.
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