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WM 1966 |
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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften
England
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Fußball
Weltmeisterschaft 1966 in England
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Das Tor des Jahrhunderts
Auch er ist einer der "Helden" der
Fußball-WM in England - ein kleiner Hund namens "Pickels": Vier
Monate vor dem Turnierstart wird die WM-Trophäe aus dem Weltmeister-Haus
gestohlen. Eine Woche lang befindet sich England und der Rest der Fußball-Welt
in purer Verzweiflung, ehe "Pickels" das Goldstück unter einem
Londoner Vorortgebüsch wiederfindet. Wer den Pokal entwendet hat, bleibt bis
heute ein Geheimnis.
Unbeeindruckt von den Vorfällen um den Pokal
marschiert das Team von DFB-Coach Helmut Schön durch die Gruppe zwei. Gleich im
ersten Spiel fegen sie mit verblüffendem Selbstbewusstsein und unter
phantastischer Regie des jungen Beckenbauer das Schweizer Team mit 5:0 vom
Platz. Sie werden Gruppenerster und erreichen die K.o.-Spiele.
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Auf den Kapitän ist Verlass
Der Erfolg hat einen Namen: Uwe Seeler. England ist
die dritte von vier Weltmeisterschaften, bei denen der Hamburger die Stiefel
schnürt. Und Seeler bleibt auch in England ein Mann für die wichtigen Tore.
Gegen Spanien spitzelt er den Ball ins gegnerische Tor und sichert den
Gruppensieg. Im Viertelfinale schlägt Deutschland trotz einer unterirdischen
Leistung Uruguay 4:0. Der Mittelstürmer vom HSV erzielt den dritten Treffer.
Die "Urus" gehen brutal zur Sache:
Verteidiger Troche tritt gegen Lothar Emmerich nach und fliegt vom Platz. Beim
Abgang verabschiedet sich Troche bei Uwe Seeler mit einer Ohrfeige. Später
gesteht der Sünder: "Ich wollte den deutschen Kapitän provozieren und habe
gehofft, dass er zurückschlägt". Im Halbfinale hat Deutschland hat keine
Mühe. Die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön bezwingt die UdSSR mit 2:1.
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"The ball was
behind the line?"
Zwei Tage
später ist es soweit - das Giganten-Finale zwischen Deutschland und England auf
dem "heiligen" Rasen von Wembley. Im Mittelpunkt der Schweizer
Referee Gottfried Dienst. Nach 77 Minuten führen die Briten mit 2:1. Doch es
gibt ja noch Wolfgang Weber, dem in der 90. Minute, als die Engländer schon
nach dem Pokal greifen, der Ausgleich gelingt - Verlängerung! Jetzt muss die
Kondition entscheiden. Zwei müde Mannschaften geben alles, ein unvergessener,
mitreißender Zweikampf. Und Gottfried Dienst entscheidet ihn, der Mann in Schwarz.
101. Minute: Geoff Hurst kommt zum Schuss. Der Ball
knallt an die Latte und prallt zurück auf den Boden. Vor, auf oder hinter die
Linie? Niemand hat das richtig gesehen. Auch die Fernsehkameras geben nicht
endgültig Aufschluss. Die Engländer reißen die Arme hoch, die Deutschen winken
ab. Schiedsrichter Dienst zögert und läuft zu seinem Linienrichter Tofik
Bachramow aus der UdSSR. Dann folgender Dialog:
Dienst: "The ball was behind the line?" Bachramow: "Yes, behind
the line."
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Der Höhepunkt der Fußballgeschichte
Dienst deutet zur Mitte, gibt das Tor! 3:2 für
England, Wembley rast - und die Fußball-Geschichte hat mit diesem Treffer vom
30. Juli 1966 ihren bisherigen Höhepunkt. Uwe Seeler hält seine Kameraden
zurück, die aufgebracht protestieren. 19. Minuten später sind die Briten
Weltmeister, siegen 4:2, weil Hurst seinen dritten Finaltreffer erzielt.
"Wir haben 2:2 verloren" resümiert die "Bild-Zeitung"
angesichts zweier höchst umstrittener Treffer.
35 Jahre danach überkommt Geoff Hurst die späte
Einsicht, dass mit seinem Treffer wohl doch nicht alles „astrein“ war: In
seinem Buch "1966 and All That" schreibt der englische „Held von
Wembley“, er müsse „zugeben, dass es aussieht, als ob der Ball die Linie nicht
überschritten hat".
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Eusebio mit neun Treffern
Torschützenkönig
Angesichts des Dramas in Wembley geraten andere
spektakuläre Partien in den Hintergrund. Zum Beispiel die
Viertelfinal-Begegnung Portugals gegen die überraschend starken Nordkoreaner,
die sensationell Italien ausschalten. Bereits nach 22. Minuten führen die
Asiaten mit 3:0 - Fußball verrückt. Doch der Favoritenschreck hält nicht durch.
Das liegt vor allem an Eusebio, der vier Mal in
Folge trifft und damit die Weichen für Portugals 5:3-Erfolg stellt. Bereits in
der Vorrunde trumpft der 24-Jährige groß auf - Leidtragender ist der amtierende
Champion Brasilien, der dank zweier Eusébio-Treffer vorzeitig die Heimreise
antritt. Portugal entscheidet auch das Spiel um den dritten Platz gegen die
UdSSR mit 2:1 für sich, Eusebio wird mit neun Treffern Torschützenkönig dieser
WM.
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