Sie sind hier: Diverses WM 1962  
 DIVERSES
WM 1930
WM 1934
WM 1938
WM 1950
WM 1954
WM 1958
WM 1962
WM 1966
WM 1970
WM 1974
WM 1978
WM 1982
WM 1986
WM 1990
WM 1994
WM 1998
WM 2002
INAS Fussball-WM
WM 2006

WM 1962
 

Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften

Chile




 
 



 

 

Fußball Weltmeisterschaft 1962 in Chile


"Herberger hat uns eingemauert!"

Jugoslawien - das Team gilt mittlerweile als Lieblingsgegner der deutschen Nationalmannschaft. Zweimal haben sie gegeneinander gespielt, zweimal verlassen die DFB-Kicker den Platz als Sieger. Alle guten Dinge sind drei, so denken und hoffen zumindest die Schützlinge von Coach Sepp Herberger. Denn im Viertelfinale kommt es zum dritten Mal in Folge zum Aufeinandertreffen zwischen den beiden Ländern.

Hat die deutsche Auswahl 1954 und 1958 noch jeweils knapp die Nase vorn, so sorgt diesmal ein Radakovic-Treffer fünf Minuten vor dem Ende für den lang ersehnten 1:0-Sieg der Männer vom Balkan. Herbergers defensive Taktik, sich auf Konter zu beschränken, erweist sich als der falsche Weg.




 
 
Uwe Seeler allein im Sturm

Deutschland mit Uwe Seeler allein im Sturm ist einfach zu schwach. Die wenigen deutschen Schlachtenbummler sind frustriert über das frühe WM-Aus. Mit einem Riesenaufwand sind sie ihren Lieblingen hinterher gereist. 22 Stunden dauert der Flug von Frankfurt über Buenos Aires nach Santiago. Was für ein Kraftakt.

Den wollen eigentlich auch die Teams von Deutschland und Italien in der Vorrunde leisten. Doch Pustekuchen - zwei Weltmeister prallen aufeinander, oder vielmehr: zwei Champions spielen Rasenschach. Beide Seiten mauern sich in der Defensive ein, wollen mit einem Remis über die Runden kommen. Die logische Konsequenz: Die Partie endet 0:0. Kein Wunder, dass das Team von Sepp Herberger ungeschlagen gegen die Schweiz (2:0) und Chile (2:1) blieb und als Gruppensieger ins Viertelfinale einzieht. Allerdings haben dort die DFB-Kicker ihr zuvor viel benötigtes Glück und Geschick aufgebraucht.




 
 
Gastgeber Chile erst im Halbfinale gestoppt

Das Turnier indes geht weiter - auch mit Gastgeber Chile, der in seinem Viertelfinale die UdSSR mit 2:1 aus dem Weg räumt und erst in der Runde der letzten Vier von Titelverteidiger Brasilien gestoppt wird. Die Chilenen setzen sich am Ende im Spiel um den dritten Platz mit 1:0 gegen Jugoslawien durch - Rojas erzielt den Siegtreffer erst in der letzten Spielminute.

Finalgegner der Brasilianer ist überraschenderweise die Tschechoslowakei, die im Turnierverlauf ein betont defensives Spiel gezeigt hatte: nicht eben attraktiv, aber erfolgreich. Josef Masopust vom aufstrebenden Militärklub Dukla Prag, einer der Stars der 62er WM, bringt seine Elf nach einer Viertelstunde sogar sensationell in Führung. Auch nach dem Ausgleich von Amarildo zwei Minuten später bleibt das Finale brav und bieder. Der Titelverteidiger zeigt sich erst nach dem 3:1 "weltmeisterlich" - das entscheidende Tor fällt in der 78. Minute.

Danach ist sich die Fachwelt einig in ihren gemischten Gefühlen: einerseits sind Garrincha & Co. die verdienten Titelträger, andererseits ist man froh, eine WM hinter sich zu haben, die man am besten alsbald vergisst.

top




 
Druckbare Version