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Chronik der Fußball-Weltmeisterschaften

Uruguay




 
 



 

 

Fußball Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay

Gastgeber gewinnen WM-Premiere

Begeisterung in Südamerika, zumindest in Uruguay - Missachtung in großen Teilen Europas: So haben sich die Verantwortlichen die erste Weltmeisterschaft gewiss nicht vorgestellt. Bei der Premiere nehmen 13 Nationen teil, mit Frankreich, Belgien, Rumänien und Jugoslawien aber nur vier aus Europa. Deutschland, England oder Italien bleiben zu Hause. Zum einen macht die Weltwirtschaftskrise auch vor dem Sport nicht Halt, zum anderen beklagen die Verbände das Entfernungsproblem.




 
 

Der DFB pocht obendrein auf den Amateurstatus, doch in Uruguay sollen auch Profis zugelassen werden - der Rückzug ist die logische Folge. Was bleibt? Ein bitterer Beigeschmack, auch wenn es für die "Urus" optimal läuft. 100 Jahre nach der Staatsgründung gewinnen die Südamerikaner die WM-Premiere - und das ausgerechnet mit einem 4:2-Finalerfolg über Nachbar Argentinien.

Professionalität wird in jener Zeit noch nicht groß geschrieben. Die europäischen Teams benötigen für die Überfahrt per Schiff zwei Wochen. Vor allem die Jugoslawen fühlen sich wie auf einer Kreuzfahrt: Kaum Training, dafür deftige Kost - bei der Ankunft in Montevideo haben etliche Balkan-Kicker zu viele Pfunde auf den Rippen. Trotzdem setzen sich die Jugoslawen in ihrer Gruppe gegen Brasilien und Bolivien durch, erreichen das Halbfinale.

Europäer chancenlos

Eine Chance auf den Turniersieg hat jedoch keine europäische Mannschaft, zu dominant sind Argentinien und Uruguay. Selbst die USA, denen noch am meisten zugetraut wird, kommt im Semifinale gegen die "Gauchos" mit 1:6 unter die Räder. Mit dem gleichen Resultat verabschiedet Uruguay die Jugoslawen. Fußball bei der WM 1930 - es ist eine Zweiklassen-Gesellschaft. Dafür steht ist Fairplay angesagt: Während der gesamten Veranstaltung zeigen die Referees nur eine rote Karte.


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